Betriebskostenabrechnung: Besser genau prüfen

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Flattert die Betriebskostenabrechnung ins Haus, solltet ihr das Schreiben genau unter die Lupe nehmen – auch, wenn das etwas Zeit in Anspruch nimmt. Denn laut Mieterschützern fällt die Berechnung der so genannten „Zweiten Miete“ immer wieder fehlerhaft aus. Die Grundregel lautet: Auf den Mieter umgelegt werden darf lediglich, was im Mietvertrag vereinbart ist. Ist nichts festgelegt, sind auch keine Nebenkosten fällig.

Verwaltungskosten sind Vermietersache

Häufig finden sich in der Abrechnung Gebühren, die Mieter gar nicht tragen müssen, wie zum Beispiel Verwaltungskosten oder Bank- und Kontoführungsgebühren. Kosten, die zur einmaligen Entfernung von Graffitis anfallen, sind ebenso nicht umlegbar wie Glühbirnen, weil diese als Instandhaltungskosten gelten. Auch die Reparatur der Klingel- und Gegensprechanlage gehört in der Regel nicht zu den Betriebskosten. Entstehen die Kosten jedoch regelmäßig und ist eine Umlage ausdrücklich vereinbart, können sie als sonstige Betriebskosten gelten – und ihr müsst sie zahlen.

Abrechnung häufig schwer nachvollziehbar

Oft können Verbraucher die Abrechnung nicht nachvollziehen – etwa dann, wenn die Angabe des Umlageschlüssels fehlt, der angibt, wie der Vermieter die Kosten auf die Parteien verteilt. Taucht ein Fehler in der Abrechnung auf, ist das allerdings nicht unbedingt böse Absicht des Vermieters. Die Betriebskostenabrechnung ist eben eine komplizierte Sache. Und so ist es in der Vergangenheit schon vorgekommen, dass manch Hauseigentümer oder Verwalter schlichtweg die Mietparteien durcheinander brachte.

Ausreichend Zeit für die Überprüfung

Um zu prüfen, ob sämtliche Positionen der Abrechnung ihre Richtigkeit haben, bleibt euch im Übrigen ausreichend Zeit. Spätestens zwölf Monate nach Zugang der Nebenkostenabrechnung müsst ihr der Abrechnung widersprechen und eventuelle Einwendungen vortragen (§ 556 Abs. III Satz 5 BGB). Euer Widerspruch bedeutet aber nicht, dass ihr die Nachzahlung aus der Nebenkostenabrechnung ohne Weiteres verweigern könnt. Spätestens 30 Tage nach Fälligkeit und Zugang der Nebenkostenabrechnung muss die Zahlung an den Vermieter geleistet werden. Bei Missachtung der Frist, kommt ihr in Verzug.

Betriebskostenspiegel als Rechenhilfe

Der Betriebskostenspiegel des Deutschen Mieterbunds (DMB) gibt euch einen guten Überblick, wie viel Mieter für die einzelnen Dienstleistungen im Schnitt berappen müssen. Zuletzt waren durchschnittlich 2,19 Euro pro Quadratmeter und Monat fällig. Stutzig werden solltet ihr, wenn ihr entdeckt, dass ein bestimmter Posten in eurer Rechnung den Durchschnitt deutlich übersteigt. Weil es regionale Unterschiede gibt, halten die Bundesländer eigene Betriebskostenspiegel bereit.

Mietervereine beraten Mitglieder kostenlos

Entdeckt ihr, dass die Abrechnung fehlerhaft ist, könnt ihr zunächst versuchen, die Angelegenheit mit eurem Vermieter oder Verwalter selbst zu klären. Funktioniert das nicht, führt der Weg am Experten nicht vorbei. Verbraucherzentralen bieten im Rahmen der Mietererstberatung Hilfestellung. Mietervereine beraten ihre Mitglieder kostenlos. Die Erstberatungs-Hotline des Deutschen Mieterbunds hilft auch Nichtmitgliedern. Die Anrufe sind kostenpflichtig.

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